Eine Bettleroper

frei nach John Gay / Bertolt Brecht

Eine Bettleroper

© ralphbrugger.de

Regie: Herbert Fischer
Musik: Arrangements von Stefan Grasse
nach Pepusch / Tiger Lillies / Weill

Dieses Jubiläum war Anlass für eine besondere Produktion: Bearbeitet wurde der dreihundert Jahre alte Stoff von John Gays „The Beggar’s Opera“. Er schuf 1728 eine der berühmtesten Parodien und politischen Satiren der Theatergeschichte. Zweihundert Jahre später hatte Brecht, bzw. seine Mitarbeiterin Elisabeth Hauptmann den Stoff entdeckt und daraus „Die Dreigroschenoper“ gemacht. Diese ist inzwischen weit bekannter als das Original von John Gay. Wir gehen zurück zu den Anfängen, ohne Brechts Bearbeitung des Stoffs zu vernachlässigen. Diese wurde von ihm besonders in dem ebenfalls wenig bekannten „Dreigroschenroman“ detailliert entwickelt. 2009 nahmen wir die Inszenierung wieder auf und besetzten die Rolle des Macheath neu. Mit Fabio Esposito wurde das Ensemble mit einen hervorragenden Akteur verstärkt, der sowohl italienischen Charme versprühte, als auch die finstere Seite des Ganoven wunderbar verkörperte.

Gays bis heute aktuelle Satire auf die Ruchlosigkeit der Gesellschaft handelt von Korruption und Doppelmoral, Geld und Macht, Liebe und Eifersucht, von Gaunern, die am Galgen enden und Gaunern, die sie an den Galgen bringen.
In Gays Vorlage geben die Protagonisten vor, ehrenwert zu sein. Die Huren geben vor Damen zu sein, der König der Diebe, Peachum, ein ehrenwerter Geschäftsmann, der Polizeichef Lockit ein aufrechter Gesetzesvertreter und der Gauner Macheath ein Gentleman. Heute wird die Reform des Arbeitslosengelds nach einem Mann benannt, der wenig später wegen schwerer Untreue in 44 Fällen vor Gericht stand. Angeklagt war er unter anderem, weil er Luxusreisen und Prostituierte mit Geldern des VW-Konzerns finanzierte.

John Gays Satire

Der wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe rechtskräftig verurteilte Ex-Post-Chef Klaus Z. bekommt eine Pension von 20 Millionen Euro, die Kassiererin Emma B. wird wegen Unterschlagung von 1,30 Euro fristlos entlassen. Die nun seit einem Jahr arbeitslose Kassiererin bezieht inzwischen Hartz IV und musste in eine kleinere Wohnung umziehen.

John Gay, der Librettist der "Bettleroper", verband Sozialkritik mit Unterhaltung und  trat als  freier Musiktheaterproduzent erfolgreich in Konkurrenz zu den etablierten Größen seiner Zeit. All dies ist heute so wichtig wie vor 100 oder 300 Jahren und macht eine Wiederentdeckung und neue Auseinandersetzung mit „The Beggar’s Opera“ zu einer spannenden Aufgabe für Kulturschaffende, die wie wir im 21. Jahrhundert neue Wege für freies Theater suchen.

The Beggar's Opera

John Gay, der Librettist der "Bettleroper", verband Sozialkritik mit Unterhaltung und  trat als  freier Musiktheaterproduzent erfolgreich in Konkurrenz zu den etablierten Größen seiner Zeit. All dies ist heute so wichtig wie vor 100 oder 300 Jahren und macht eine Wiederentdeckung und neue Auseinandersetzung mit „The Beggar’s Opera“ zu einer spannenden Aufgabe für Kulturschaffende, die wie wir im 21. Jahrhundert neue Wege für freies Theater suchen.

Herbert Fischer, Regisseur und Dozent für Schauspiel in Deutschland und der Schweiz, verbinden mehrere erfolgreiche Produktionen mit Comoedia Mundi (Der Himmel ist grün , Die Göttliche Komödie). 1996 hatte er für das Goethe-Institut „Die Dreigroschenoper“ in Kamerun inszeniert.

Der renommierte Nürnberger Gitaristen Stefan Grasse arrangierte und begleitete zusammen mit Dagmar Raum am Akkordeon die Jubiläumstournee 2008.

Die musikalische Begleitung der Wiederaufnahme 2009 übernahm der Multi-Instrumentalist und Theatermusiker Robert Stephan. Mit Schwerpunkt Klavier spielt er außerdem Akkordeon, Harmonium und Saxophon. In zahlreichen Bühnenproduktion u.a. beim Kinder-und Jugendtheater Mummpitz sorgte er für den guten Ton.

Das Ensemble

Die Erweiterung des Ensembles um  drei Akteure bietet zusammen mit den Musikern auch dem Zuschauer ein echtes „Ensemble“. Seit Jahren werden literarische Vorlagen frei bearbeitet, musikalisch begleitet und sehr persönlich umgesetzt.  Der wandlungsfähige Schauspieler mit mehrfacher Begabung als Akteur und Sänger / Musiker steht im Vordergrund.
Die Uraufführung fand am 10. Mai 2008 in Trautskirchen statt.
 

Hochaufgelöste Bilder in Druckqualität liegen in dem Ordner Pressefotos

 

Loes Snijders (NL) Herr Peachum - die Hure Jenny - ein Bänker
Tajana Prka (HR) Polly Peachum - die Hure Suky Tawdry - eine Bettlerin
Katrin Filzen (P) Frau Peachum - Lucy - die Hure Mrs. Slammekin - eine Bettlerin
Fabio Esposito (I) Macheath - ein Bettler
Fabian Schwarz (D) Filch - Lockit - die Hure Chouchou - ein Bänker
Robert Stephan - Musiker Piano, Harmonium, Akkordeon, Saxophon
Herbert Fischer Regie
F. Schwarz PR, Texte, Bühne
Ockje Maecker Kostüme

Die Produktion wird durch den Kulturfonds Bayern des Bayerischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert.

Gefördert vom Bezirk Mittelfranken

Förderpreisträger des Wolfram-von-Eschenbachpreis 2005