Fränkische Landeszeitung - 19.05.2005
(zi)
Neustädter Theatergastspiel von "Comoedia Mundi" litt erneut unter dem Wetter
Unterm Strich 3000 Euro Minus - Winterprojekt in der "Alten Turnhalle" überlegt - Zelt für immer "abgebrochen"?

NEUSTADT (zi) - Wurde nach dem zweiten Gastspiel des Tourneetheaters "Comoedia Mundi" das Zelt an der Alten Turnhalle "für immer" abgebaut? Zumindest nach dem ersten Resümee ist mit einer Neuauflage des Tourneestarts 2006 in Neustadt nicht zu rechnen. Zweimal hatte hier das Wetter nicht mitgespielt, blieben in diesem Jahr die Besucherzahlen noch weiter unter den Erwartungen und deutlich unter dem Existenzlimit des Theaterensembles.

Unter diesen Voraussetzungen können wir uns das nicht mehr leisten, machte Fabian Schwarz deutlich, der die Enttäuschung nicht verbergen konnte, dass an den neun Spieltagen nur durchschnittlich 52 Zuschauer in das Theaterzelt kamen. Deshalb schließe man das Gastspiel in Neustadt mit einem Minus von 3000 Euro ab; Geld, das hinten und vorne für die Kalkulation des Theaterbetriebes fehlt.

Wie Schwarz bedauert auch die Schauspielerin Loes Snijders - die nicht nur bei den Theatervorstellungen "Die 270. Nacht", sondern auch mit einem Chansonabend und Chansons in der "NeustadtNacht" mit einer herausragenden Leistung begeistert hatte - den denkbar schlechten Saisonstart in Neustadt. Im Vorjahr waren bei nur fünf Vorstellungen wenigstens noch durchschnittlich 80 Besucher gekommen. Es tue ihr leid, wenn die Gastspiele nicht fortgesetzt werden könnten, denn "ich liebe diesen Platz". Und es habe ihr auch" wahnsinnig Spaß gemacht". Es fehlten aber ein paar "fette Tage" auf der Zuschauertribüne und in der Theaterkasse. Verliebt hat sich Snijder auch in die Alte Turnhalle, zu deren Ausbau sie die Stadt ermutigen möchte. Auch die Musiker, die in der "NeustadtNacht" zu den Chansons mit Big Band-Begleitung aus ganz Deutschland gekommen waren, seien von dem Ambiente begeistert gewesen, hätten sich "in einer Zeitmaschine zurückversetzt" gefühlt. Da könne und müsse man ganz einfach etwas draus machen.
In der "Alten Thurnhalle" könnte sich Fabian Schwarz auch ein Theaterprojekt in der Winterpause des in Thautskirchen lebenden Ensembles vorstellen. Dann hofft man auch die Schulen für die ursprüngliche Theaterarbeit "eine wunderbare Werbung für die darstellende Kunst" - begeistern zu können, die während des Gastspieles die Einladung "völlig unverständlich" ignoriert hatten.
Im nächsten Jahr wird der Tournee.. start voraussichtlich wieder mit einem einmonatigen Gastspiel in Nürnberg erfolgen. Fabian Schwarz im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung: "Wir müssen grundsätzlich schauen, wie wir zurecht kommen". In Neustadt klappe es offensichtlich nicht, auch wenn man das angesichts der Tatsache sehr bedaure, dass man hier Menschen ansprechen konnte, die sonst zum Theater wenig Bezug hätten - "und vollauf begeistert waren".

<Foto: Munzinger>

Der Besucherzuspruch ließ bei überwiegend schlechtem Wetter zu wünschen übrig, das Gastspiel endete mit einem kräftigen Defizit. Neustadt droht damit der Verlust eines überregional interessanten kulturellen Angebotes.

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