Windsheimer Zeitung
(cs)
"Pfiffiges Konrädchen"
Loes Snijders zeigt Kindermärchen

NEUSTADT - Eine ausdrucksstarke Geschichtenerzählerin erlebte das Publikum, das die erste von zwei Aufführungen des Stücks „Konrädchen und die Klitzekleinen" im Theaterzelt der „Comoedia Mundi" in Neustadt besuchte. Fast nichts  außer der Akteurin brauchte es, um die Geschichte des pfiffigen kleinen Jungen Konrad ebenso spannungsreich wie einnehmend zu erzählen.

 

Kindern wie Eltern im Publikum dürfte die Situation bekannt vorgekommen sein: Die Mutter untersagt den Besuch eines an das elterliche Grundstück angrenzenden Waldgebietes, und untermauert ihr Verbot mit dem Hinweis, dass bereits so manch Wagemutiger im „Sündensumpf" umgekommen sei. Den kleinen Konrad kann dies natürlich nicht hindern, sondern spornt ihn eher an, einen Ausflug über den Gartenzaun hinweg zu unternehmen.
Ob an der Geschichte mit den wilden und gefährlichen Waldbewohnern etwas dran ist? Konrad jedenfalls fühlt sich tatsächlich bald verfolgt, hört ein gefährliches Schnauben hinter sich und kann sich nur durch eine Kletterpartie auf einen riesigen Baum retten. Dort macht er die Bekanntschaft mit den „Klitzekleinen", Waldbewohnern, die in Angst und Schrecken vor dem „Schlurch" leben. Und das, obwohl noch nie jemand das mysteriöse Unwesen gesehen hat. Während sich die kleinen Besucher im Publikum angesichts der imposanten Drohkulisse aus unheilvollen Tönen noch an ihre Eltern schmiegen, ahnen die etwas Älteren bereits, dass Konrädchen sich noch als Held entpuppen wird. In der Tat gelingt es dem kleinen Jungen durch eine List, die „Klitzekleinen" und letztlich sich selbst aus der misslichen Lage zu befreien, der „Schlurch” gehört der Vergangenheit an, und die kleinen Waldbewohner können noch nie dagewesene, ungeahnte Freiheiten genießen.
Loes Snijders  kann ihre Zuschauer allein durch ihre Bühnenpräsenz in den Bann ziehen. Und so ganz nebenbei wird dem jungen (und etwas älteren) Publikum noch ein wichtiger Ratschlag mit auf den Weg gegeben: Mit offenen Augen durch das Leben zu gehen, und dies gleich beim nächsten Spaziergang durch den Wald zu versuchen. Schließlich wisse niemand, ob nicht der nächste Baum an der Ecke die Heimat von „Klitzekleinen" ist, die zu Tausenden in ihren winzigen Wohnungen den Wald bevölkern. (es)

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Nachricht vom 05.11.2019

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