Frankfurter Neue Presse - 23.05.1998
(Jutta W. Thomasius)
Ein Hör-Menü mit französischen Balladen<br />Schlagern und etwas brasilianischer Würze

Das Wandertheater "Comoedia Mundi" präsentiert am Mainufer von Frankfurt-Sachsenhausen "Chansons à la carte".

Eigentlich hätte ihr Theater auf Rädern im alten holländischen Schaustellerwagen mitsamt seinem Freiluftcafé "Senza Licenza" zur Premiere voll besetzt sein müssen. Denn Fabian Schwarzens "Comoedia Mundi"-Ensemble ist in Frankfurt nicht unbekannt. Seit zwölf Jahren gehört das Zelttheater zum Sommerprogramm.
Diesmal tritt Loes Snijders, die niederländische Sängerin, Schauspielerin und Kabarettistin, begleitet von Pianist und Gitarrist Jürgen Mayer, mit einer neuen Idee an: "Wir servieren den Gästen ein Hör-Menü, bestehend aus sieben Gängen, mit Aperitif vorweg und einem wüsten Nachtisch." Ihre musikalischen Speisen werden als "Chansons à la carte" kredenzt, unterhaltsame Appetithappen von hoher künstlerischer Qualität. Diese werden dem Publikum entweder als satirische französische Ballade, als Evergreen-Schlager, als Scatnummer oder als Jazz-Hit serviert. Da fehlen auch nicht die brasilianische Würze, die "deutsch-spanische Schlachtplatte", der "rollende Camembert" oder die "Dirne Helene".
Loes Snijders verfügt über eine starke Stimme, die aus "All Of Me" mühelos eine umwerfende skurrile Parodie auf das sich "Outen" einer meschuggenen Entertainerin macht. Wobei die Actrice dem Zuhörer nicht nur einen Teil ihrer Locken entgegenschleudert, sondern auch künstliche Glupschaugen. Als Beilage zum Song "I'm Beginning To See The Light" legt sie ein Dutzend Stepschritte auf den Bretterboden hin. Als Diseuse sinkt sie den nächstsitzenden Herren, hier an die Schulter, dort auf den Schoß. Wobei ihr Jürgen Mayer immer galant und kompetent beisteht.

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