Ahlener Zeitung - 01.03.2000
(Dierk Hartleb)
Skulpturen zum Anfassen und ein Hörmenü dazu
Einfach zum Niederknien: die Chansons von Loes Snijders beim Hör-Menü im Feinschmeckerlokal Bomke in Wadersloh.

Ahlen. Zwei Orte, ein Fest der Sinne - Skulpturen zum Anfassen hier und ein Hörmenü dort. Kunstgenuss in zwei Portionen - erst in der Ausstellungshalle von Mercedes-Ostendorf und dann im Hotel Bomke in Wadersloh Ein vielversprechender Brückenschlag.
Eingeladen dazu hatte das Autohaus Ostendorf. Die ausführenden Künstler: Martine Mallet, bildende Künstlerin, Loes Snijders, Chansonsängerin, und Jens Bomke, Hotelier und. Chefkoch.
Die handschmeichelnden textilen Objekte der Französin mit Wohnsitz in Hamm waren die Einstimmung für einen Abend mit "Les sens de la vie". Im Mittelpunkt: der menschliche Körper. In immer anderen Variationen und Drehungen. Eine sinnliche Kunst zum Anfassen.

Die Sinne wurden dann beim 6 Gänge Menü im Feinschmeckerlokal Bomke zu einem Gesamtkunstwerk. Angereichert mit musikalischen Amuses Gueules à la .Edith Piaf, Jacques Brel, Boris Vian, Tom Waits. Serviert von. Loes Snijders, gebürtige Holländerin, seit zehn Jahren in
Deutschland zu Hause. Sehen, tasten, hören, schmecken, riechen - keiner der Sinne kam
am Freitagabend zu kurz.

Hauptattraktion dabei: Loes Snijders - eine Sängerin der Extraklasse!

Bekannt geworden durch ihre Auftritte mit der Comoedia Mundi, auch in Ahlen übrigens, begeisterte sie die Tischgesellschaft mal überschwänglich, mal melancholisch, mal komödiantisch und mal ein Quäntchen frivol. Ihr flämisches Mitternachtsgericht als abgetakelte, betrunkene Tänzerin mit becircendem, Hüftschwung - ein Fest der Sinne!

Ihre Stärke - die Bandbreite der Stimme. Mal hoch und mal überraschend tief, mal gurgelnd und mal. krächzend. Umwerfend, komisch. Und. komischer als jeder Comedy-Star. Einfach zum Niederknien. Faszinierend auch ihre Wandlungsfähigkeit. Ihre unvergleichliche Mimik und Gestik. Mitreißend ihre Lust am Ausgelassensein. Sich selbst nicht ernst zu nehmen in Reinkultur. Ihr Begleiter Jürgen Mayer, am Klavier und auf der Gitarre. Beide ein eingespieltes Team. Musikalisch wie schauspielerisch professionell. Mit Geist und Charme, der Westfälisch-Hartgesottenes zum Schmelzen bringt.
Es wurde ein Hör-Menü der besonderen Art. Nicht zum schnellen Verzehr, sondern zum Genießen, zum Verkosten, statt Fastfood ein kulinarisches Festmahl.

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